Samstag, 31. Juli 2010
 
 
New Mexico: Acoma – Die Stadt im Himmel
New Mexico: Acoma – Die Stadt im Himmel

In der Region um Albuquerque leben ebenfalls Nachfahren der Ancestral Puebloans. Zu ihnen gehört auch der Stamm der Acoma, was soviel wie „Volk vom weißen Felsen“ bedeutet. Ihr Reservat im Westen von Albuquerque gehört zu den schönsten Regionen in New Mexico mit all seinen atemberaubenden Aus- blicken, Sandsteinfelsen und vielfarbigen Tafelbergen. Die Acoma sind berühmt für ihr Kunsthandwerk und ihre Alltagsgegenstände, zum Beispiel für ihre mit weißen und schwarzen Linien verzierte Keramik, Schnitzereien und Körbe. Wie bei vielen anderen Indianerstämmen auch, ist bei den Acoma das Klansystem der Familien matrilinear geregelt. Hier sind also die Frauen das Oberhaupt und geben den Ton an. Ihnen gehört der Familienbesitz und sobald sie heiraten, ziehen die Ehemänner bei ihnen ein.
Schon in prähistorischer Zeit lebten an diesem Ort die Ahnen der Acoma. Der historisch bedeutendste und immer noch existente Teil des Reservats ist das Pueblo, eine der ältesten Siedlungen des Landes. Um 1100 angelegt und auf einem gewaltigen Tafelberg liegend zählt es zu den beeindruckendsten Indianersiedlungen des gesamten Südwestens. In 120 Metern Höhe hat man von der „Sky City“, also der Himmelsstadt, einen spektakulären Blick über die Ebene. Zum Pueblo gehören ein neues Cultural Center und ein Museum, wo die Geschichte der Acoma dargestellt wird und von wo aus auch die Führungen starten. Sie sind die einzige Möglichkeit, das Pueblo zu besichtigen. Über unbefestigte felsige Straßen und vorbei an alten Gebäuden und kleinen Plätzen endet die Führung an der ab 1629 errichteten Missionskirche San Esteban del Rey. Sie ist der größte Bau des Pueblos, von ihrem Friedhof aus hat man einen herrlichen Weitblick auf die anderen Tafelberge, besonders auf die gegenüber liegende Enchanted Mesa. Auf dem Tafelberg selbst leben nur noch wenige Acoma-Indianer. Die meisten der Acoma wohnen heutzutage im Tal und arbeiten überwiegend als Farmer und Viehtreiber. Bei feierlichen Anlässen jedoch kehren sie immer wieder an die heiligen Stätten auf dem Berg zurück, um den Geistern ihrer Ahnen Ehre zu erweisen.
Zum Pueblo fährt man von Albuquerque aus eine gute Stunde. Das letzte Stück des Weges darf nur mit einem Shuttle gefahren werden. Tickets für Bustouren, Kameragenehmigungen und Führungen (pro Person 10 Dollar) können im Besucherzentrum gebucht und erworben werden. Im Herbst und Winter gibt es von 8 bis 16 Uhr Führungen und im Frühling und Sommer von 8 bis 19 Uhr.

Quelle: New Mexico Connection 09.12.09
 

 
 
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